Kosmetikprodukte & Zubehör

khadi Pflanzenhaarfarbe

Voll bepackt mit tollen Sachen, den Bogen geschultert und zwei Dosen Haarfarbe in meiner Ankh-Morpork-Postoffice-Stofftasche ging es gestern durch den Wald – schnell ein paar Fotos machen! An diesen Baumstümpfen am Wegesrand laufe ich mehrmals die Woche vorbei auf dem Weg zu unserem Vereinsplatz und fand, dass sie ein schöner Hintergrund für ein Produktfoto wären. Irgendwie ist hier schon eine sehr herbstliche Stimmung. Passt doch zu roter Haarfarbe!

Aber was ist das eigentlich genau? Ich weihe euch mal ein:

Es handelt sich um eine Pflanzenhaarfarbe der Marke „khadi„, auf der Basis von Henna und Amla. Henna werden die meisten von euch ja bereits kennen, das ist dieses grünliche Pulver aus getrockneten und gemahlenen Blättern des Hennastrauchs, dass die Haare orange bis mahagonibraun färbt.

Amla war mir persönlich bisher unbekannt, ist aber wirklich ein tolles Zeug! Das sind nämlich mords-gesunde indische Stachelbeeren, die bis obenhin mit Vitamin C gefüllt sind. Werden sie gegessen haben sie eine Menge an positiver Effekte auf den Körper, aber heute geht es ja um ihre Wirkung in meiner Haarfarbe.

In diesem Zusammenhang stärkt Amla als Inhaltsstoff die Haarwurzel, verschönert die Farbe und bringt Glanz ins Haar. Außerdem schützt es vor Haarbruch sowie vorzeitigem Ergrauen und fördert das Haarwachstum. Also lauter Dinge, die ich mir von einer Haar-Pampe wünsche, wenn ich sie mir auf dem Kopf verteile.

Hintergrund meines Kaufs war natürlich die Tatsache, dass ich meine rote Mähne, die ja ursprünglich, so vor 100 anderen Farben (zum Abschluss hab ich noch eine kleine Haarfraben-Galerie für euch), mal hellblond war, möglichst auf schonende, natürliche und umweltfreundliche Weise färben möchte. Ich hatte schon öfter mit Natur- bzw. Hennaharfarben gefärbt, aber musste leider irgendwann feststellen, dass meine Haare die Farbe nicht mehr annehmen. Bei dem Aufwand, den man mit dieser Art des Färbens hat, eine ziemlich ernüchternde Erkenntnis.

Nachdem ich ein wenig herumgesucht habe stieß ich nun aber auf khadi und bin guter Hoffnung, dass es diesmal klappt. Denn weiterhin chemisch färben möchte ich nun wirklich nicht. Laut Herstellerangaben soll dieses Pulver dunkle Haare mahagoni bis rotbraun und helles Haar orange bis rot färben. Meine Ausgangsfarbe ist, nachdem ich sie jetzt auch ordentlich auswaschen hab lassen, relativ hell, mal von meinem aschblonden Ansatz (der zumindest früher mit ein wenig Sonnenlicht wieder hell wurde) abgesehen. Ich hoffe also auf ein schönes, kräftiges orange-rotes Ergebnis.

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Die Anwendung ist mir noch von meinen vorherigen Natur-Farbe-Versuchen vertraut. Einfach etwa 100 Gramm Pulver (da ich inzwischen wieder etwas längere Haare habe) mit heißem Wasser zu einer homogenen Masse verrühren und dann warm auf die frisch gewaschenen Haare auftragen, Strähne für Strähne. Anschließend packt ihr die Haare am besten in eine Folie und ein Handtuch, damit sie warm und feucht bleiben.

Die Farbe muss mindestens 30 und sollte maximal bis zu 2 Stunden in den Haaren bleiben, je nachdem wie intensiv euer Ergebnis sein soll. Ich möchte es heftig, darum nehme ich die 2 Stunden 🙂

Anschließend nur mit klarem Wasser und nicht mit Shampoo auswaschen. Eine kurze Spülung mit Essigwasser mache ich dennoch, damit ich sie gut gekämmt bekomme. Außerdem verschließt sich so die Schuppenschicht eurer Haare wieder schön.

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Schauen wir in der Zwischenzeit mal auf die Inhaltsstoffe, an denen Codecheck so rein gar nichts auszusetzen hat:

Lawsonia Inermis (Henna) • Emblica Officinalis (Amla) • Acacia concinna (Shikakai, Akazie) • Terminalia belerica (Bahera) • Terminalia chebula (Haritaki) • Acacia catechu (Gerberakazie, Katechu) • Azadirachta indica (Neem) • Symplocos racemosa (Lodhi) • Eclipta Alba (Bringaraj) • CI 77499 (Eisenoxid) • Rubia cordifolia (Manjistha) • Bacopa Monniera (Brahmi) • Syzygium cumini (Jamun) • Indigofera Tinctoria (Indigo) • Santalum album (Chantan, Sandelholz)

Verpackt ist das Pulver in einer Alu-Dose, die man prima nochmal für was anderes weiterverwenden kann. Natürlich wäre mir irgendwas aus Papier lieber gewesen, aber immerhin. Für so Dosen finde ich immer nochmal eine Aufgabe.

Plastik ist allerdings auch mit dran, nämlich in Form einer dünnen Folie um die Dose, wohl damit der Deckel gut verschlossen bleibt. Wobei dieser allerdings ordentlich festsitzt und auch das Pulver darin ist nochmal in einer Tüte verpackt. Rausrieseln könnte da also eigentlich nichts. Auch ein paar Plastik-Handschuhe sind enthalten, die leider völlig unbrauchbar sind weil sie überhaupt nicht sitzen. Da ich ja aber normalerweise eh Handschuhe verwende, die ich anschließend einfach abspülen kann, war das jetzt nicht so schlimm. Schöner wäre für mich gewesen, wenn diese Dinger gar nicht erst dabei gewesen wären.

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Die Farbe selbst verfügt über das BDIH Siegel für zertifizierte Naturkosmetik, was unter anderem bedeutet, dass weder bei der Herstellung, noch bei der Entwicklung oder Prüfung der Endprodukte Tierversuche durchgeführt oder aufgetragen werden dürfen. Zusätzlich trägt die Haarfarbe das Vegan-Siegel.

Ich hatte die Farbe über den Online-Shop „Ecco-Verde“ bestellt und laut den dortigen Kundenbewertungen erhielt die Farbe 9,7 von 10 möglichen Punkten. Schonmal sehr gut finde ich. Die 150g Dose kostet euch 8,29€, bzw. 7,99€ wenn ihr gleich zwei Dosen kauft, was ich auch gemacht habe.

Aber jetzt schauen wir uns mal an, wie das so mit dem Färben funktioniert hat. Alles in allem bin ich sehr zufrieden, von wenigen Punkten abgesehen, die das Färben mit solcher Naturhaarfarbe aber leider immer mit sich bringt.

Pro

  • Ich liebe diesen Duft von Tee, Heu und Brennnesseln, die in der heißen Sommersonne trocknen. Er hält sich noch lange im Haar und ich stehe wirklich total drauf!
  • Die Haare fühlen sich anschließend kräftiger und gesünder an.

Contra

  • Die Masse in den Haaren zu verteilen ist furchtbar aufwändig und ich bin total schlecht darin. Wie ihr auf einem der Bilder sehen werdet erwische ich nie alle Haare und bin früher oder später nur noch lautstark am Fluchen. Nächstes Mal werde ich dann wohl doch mal meinen Freund einspannen müssen, um wirklich Strähne für Strähne zu Färben, damit das Ergebnis gleichmäßiger wird.
  • Die zwei Stunden Einwirkzeit sind wirklich heftig, aber zumindest in meinem Fall echt nötig, wenn ich ein einigermaßen kräftiges Ergebnis haben möchte.

Neutral

  • Die Farbe deckt, zumindest bei mir, nicht sehr stark sondern färbt eher dezent. Das ist auf den Vorher-Nachher-Bildern glaube ich auch deutlich zu erkennen. Ich mag das Ergebnis, da mir der Farbton echt gut gefällt und nicht so künstlich wirkt.
  • Den Ansatz muss ich auf jeden Fall noch mal separat behandeln, wozu einem ja auch geraten wird.

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Ich hatte etwas mehr als 100g Pulver verwendet und Schluckweise heißes Wasser dazu gegeben, bis ein dünnflüssiger Brei entstanden ist. Auf dem Bild ist er noch etwas zäh, da hatte ich dann nochmal nachgegossen. Wenn der Brei zu dick ist tut man sich leider sehr schwer mit dem Auftragen und auch so ist das keine leichte Aufgabe, da die Haare recht schnell fest werden und man einen großen, klumpigen Kuhfladen auf dem Kopf hat. Aber zumindest einen angenehm duftenden Fladen 🙂

Nachdem ich die Haare dann zwei Stunden lang in ein Handtuch gewickelt hatte, damit sie schön warm bleiben, war ich sehr froh das Zeug wieder rausspülen zu dürfen. Da man dazu ja kein Shampoo verwenden soll ist das relativ knifflig, da die Masse an einigen Stellen ziemlich festgekrustet war. Kleckse auf der Haut solltet ihr natürlich direkt nach dem Auftragen entfernen und nicht erst eintrocknen lassen! Nachdem ich dann aber das Gefühl hatte alle Brocken abgespült zu haben schüttete ich mir noch langsam meine Wasser-Essig-Mischung über den Kopf, was ziemlich gut getan hat und die Haare dann gleich nochmal etwas weicher machte.

Hier jetzt noch ein paar Eindrücke vom Ergebnis – bitte entschuldigt die peinlichen Badezimmer-Selfies ^^ Sie sind hier ein wenig klein, wenn ihr es genauer sehen wollt öffnet es einfach in einem neuen Tab, da ist das Bild dann ziemlich groß und gut erkennbar.

vorher-nachher

So, und wie so oft werden jene, die bis ganz nach unten scrollen mit ein paar privaten Einblicken belohnt 🙂 Einmal ein paar Bilder meiner originalen Haarfarbe, von der ich leider nur ein paar alte Webcam Fotos zur Hand habe. Alles andere gibt es nur noch in Fotoalben, weil es so lange her ist ^^ Ich muss sagen ich liebe meine Natur-Haare, bekomme die Farbe so aber leider nicht mehr hin und habe mich ja inzwischen mit meinem Rotschopf sehr gut arrangiert. Könnte ich mir aber in der Vergangenheit mitteilen, ich soll die Färberei lassen, würde ich es gerne tun.

blond

Und hier noch eine Auswahl von ein paar Haarfarben, die ich früher so getragen habe – eigentlich einmal die Directions-Farbpalette hoch und runter. Leider habe ich nicht mehr zu allen Farben ein Foto. Spontane Farbwechsel, auch von schwarz auf weißblond, waren auch keine Seltenheit und ich habe die armen Dinger mit verdammt viel Chemie gequält. Dafür, dass sie mir noch nicht alle aus Protest ausgefallen sind bin ich echt dankbar. Darum werden sie nun ja auch wieder pfleglich und liebevoll von mir behandelt ^^

bunte_haare

6 comments on “khadi Pflanzenhaarfarbe

  1. Pingback: Haare waschen ohne Shampoo

  2. Pingback: Sanotint Haarfarbe

  3. Also ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen! Coole Bilder Sue, hahaha Directions haarfarben hab ich auch durch probbiert…als ich noch jung war 😉 da kommen erinnerungen hoch

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  4. ich habs einmal mit so ner pflanzenpulverhaarfarbe probiert und damit erstmal gründlich den abfluss verstopft. da musste meine mutter damals das abflussrohr aufschrauben und da hat man die ganze pampe gesehen. ist ja auch kein wunder, das zeug ist ja ne dicke paste und selbst mit wasser verdünnt sorgt das noch für probleme. deswegen hab ichs dann auch nie wieder gemacht…
    danach hatte ich immer die pflanzentönungen von sanotint. die sind nicht ganz so natürlich und auch nicht rein pflanzlich, sondern z.t. chemisch, aber sehr schonend und das farbergebnis ist super. kann ich nur empfehlen 🙂 gibts im reformhaus.

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    • Echt? Also im Abfluss hatte ich da noch nie Probleme mit, hab früher ja öfter mal mit so Pulver gefärbt. Aber krass, wenn das euren Abfluss so dicht gemacht hat :/ Die Sanotint werd ich mir mal ansehen wenn mein Pulver leer ist, schaut auf den ersten Blick gar nicht übel aus und meine Farbe scheinen sie auch zu haben, das ist schon mal gut ^^

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