Kosmetikprodukte & Zubehör

Sanotint Haarfarbe

Werbung: selbst gekauftes Produkt

Vor nicht all zu langer Zeit habe ich euch ja von der khadi Pflanzenhaarfarbe berichtet, mit der ich im Großen und Ganzen ja zufrieden war, die Handhabung dieser Pflanzenhaarfarben aber immer sehr schwierig finde.

Daraufhin wurde mir die Haarfarbe von Sanotint empfohlen, die zwar keine rein pflanzliche Haarfarbe ist aber wohl auf einer „pflanzlichen Cremegrundlage“ sein soll. Ich habs einfach mal kurzerhand ausprobiert, bin aber leider nicht so begeistert und habe nun, nachdem ich mich hinterher damit auseinander gesetzt habe, auch leider zu viel zu meckern. Es tut mir leid, eine Empfehlung so völlig zerreißen zu müssen, aber leider kann ich hier auch mit Wohlwollen kein gutes Haar dran lassen.

Fangen wir mal von vorne an. Ich hatte mich für den Farbton „Tizianrot“ entschieden, was schon mal mein erster Fehler war, wie ich später feststellen musste. Ich hatte die Farbe nicht im Original-Sanotint Shop bestellt sondern bei „gesund-sein.de“ und habe hier einen großen Kritikpunkt vorzubringen: die abgebildete Farbe im gesund-sein-Shop stimmt überhaupt nicht mit der Farbe überein, die im Original-Shop abgebildet ist bzw. wie die Farbe tatsächlich aussieht. Der Unterschied ist wirklich krass, links seht ihr die Farbe, wie sie bei „gesund-sein“ abgebildet ist, rechts wie sie bei Sanotint angegeben wird:

farbvergleich

Wie ihr ja inzwischen wisst bevorzuge ich eher kupferrote Haare, gerne auch etwas dunkler, aber doch definitiv intensiv. Ich habe mich über mein Ergebnis dann echt geärgert, da es tatsächlich eher so ist, wie rechts im Bild. Da kann Sanotint natürlich nichts dafür, aber das war schon mal meine erste Enttäuschung und ich war verdammt unglücklich mit der Farbe…

Auch sehr schade finde ich, dass man hier wieder den üblichen Verpackungsmüll hat, den ich ja eigentlich möglichst reduzieren wollte. Hier ist aber wieder das volle Programm enthalten: zwei Plastikflaschen, eine Alutube, Plastikhandschuhe in einem beschichteten Karton. Und das ganze gleich zwei Mal, da bei längerem bzw. dickerem Haar zwei Packungen empfohlen werden.

Da wäre ich auch beim nächsten Kritikpunkt: Ich bin es gewohnt zwei Packungen zu verwenden, die haben bisher aber auch immer dicke gereicht. In diesem Fall ging mir echt schnell die Farbe aus und ich konnte am Ende nur noch notdürftig den Rest in meinen Haaren verteilen. Die Farbe hat für mich also vorne und hinten nicht gereicht und ich hätte definitiv sogar eine dritte Packung gebraucht. Aus (unter anderem..) diesem Grund fällt für mich übrigens auch flach, dass ich die Farbe nochmal in einem anderen Farbton probiere, da dieser Verpackungsmüll hoch 3 einfach nicht klar geht.

Auf deren Seite spricht man von schonendem, naturnahem Färben. Es wäre eine sanfte Coloration, die aufgrund der enthaltenen Goldhrise, Oliven, Birke, Traubenkernen und Biotin für gesunde, geschmeidige Haare sorgen soll. Positiv zu bewerten ist natürlich, dass es sich um eine vegane Farbe handelt, die laut Hersteller ohne Ammoniak, Parabene, Paraffine, Silikone und Formaldehyd auskommt.

Jagt man die Farbe allerdings durch Codecheck gibt es auch bei den Inhaltsstoffen eine ganze Menge zu beanstanden.

Farbpaste:
Aqua, Cetearyl Alcohol, Ethanolamine, Polysorbate 80, Sodium Lauryl Sulfate, Ceteareth-30, Isopropyl Stearate, Propylene Glycol, Tetrasodium EDTA, Parfum, Sodium Hydrosulfite, Ascorbic Acid, Panicum Miliaceum Extract, Calcium Pantothenate, Biotin, Vitis Vinifera Leaf Extract, Betula Alba Bark Extract, Olea Europaea Leaf Extract, Urtica Dioica Leaf/Stem Juice, Limonene, Benzyl Salicylate, Amyl Cinnamal, 1-Naphthol, p-Aminophenol, 2-Methylresorcinol, p-Phenylenediamine, p-Methylaminophenol Sulfate, m-Aminophenol

Fixiermittel (Flasche):
Aqua, Hydrogen Peroxide, Stearyl Alcohol, Cetearyl Ethylhexanoate, Ceteareth-50, Phosphoric Acid, Phenoxyethanol, Tetrasodium EDTA, Sodium Gluceptate, Disodium Pyrophosphate

Richtig übel finde ich übrigens, dass 1-Naphthol, p-Phenylenediamine, p-Methylaminophenol Sulfate, m-Aminophenol und 2-Methylresorcinol die ersten Stoffe sind, die mir bei Codecheck begegnen, die als „sehr bedenklich“ gekennzeichnet wurden. Das erklärt vermutlich auch, warum mir anschließend die Kopfhaut ziemlich weh getan hat und sich immer noch irgendwie komisch anfühlt. Und ich habe meinen Haaren schon so einiges an Grausamkeiten angetan und zuletzt fühlte sich mein Kopf so an, als ich noch heftigst-chemisch blondiert hatte…

Die Inhaltsstoffe für den beiliegenden „Revitalisierungsbalsam“ spare ich mir an dieser Stelle mal, ich denke das spricht so schon ein klares Bild. Ehrlich gesagt finde ich es doch schon mehr als dreist vom Hersteller, hier von einer „naturnahen und schonenden“ Farbe zu sprechen,  das macht mich fast schon sprachlos.

sanotint2

sanotint3

Diese kleine Anmerkung, die hier sogar noch auf den ersten Blick zu finden ist, sollte eigentlich so schon ein Warnhinweis sein, dass es sich hier nicht wirklich um etwas handelt, das man sich gerne auf den Kopf schmiert, nämlich der Hinweis: enthält Phenylendiamin.

Hierfür möchte ich euch mal eben einen kleinen Ausschnitt von Naturalbeatuy.de zitieren:

„PPD (Phenylendiamingehört zum Stoffkreis der aromatischen Amine, die auch als Schadstoffe in Abgasen und Zigarettenrauch vorkommen und fast alle als kanzerogen eingestuft werden. Als Zusatz in Haarfärbemitteln fördert p-Phenylendiamin bewiesenermaßen die Entstehung von Tumoren im Harntrakt, weshalb Blasenkrebs seit 2001 von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege als Berufskrankheit bei Friseuren anerkannt wird. Dagegen ist ein anderes Problem, für das PPD verantwortlich ist, zwar unangenehm, aber vergleichsweise harmlos: Es ruft heftige Allergien hervor. Die Kopfhaut juckt, brennt, wird feuerrot und schuppt sich.“

„Lustiger-„weise wird die Sanotint-Light Version damit beworben ohne das hier enthaltene p-Phenylendiamin auszukommen, die übrigen Inhaltsstoffe lesen sich allerdings genauso katastrophal wie hier. Der nächste Witz ist dann, dass Sanotint anmerkt, in der Light Variante statt dessen Toluylendiamin zu verwenden, was gemäß mehrer Bewertungen aber ebenfalls als „giftig, sensibilisierend sowie umweltgefährlich eingestuft wird und im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen“. Was soll man dazu noch sagen?

Natürlich ist herkömmliche Haarfarbe auch total chemisch und enthält viele der hier enthaltenen Stoffe, aber zu behaupten, man wäre naturnah und schonend und dann so was abzuliefern geht halt gar nicht.

Abschließend zeige ich euch natürlich noch das Farbergebnis, dass relativ dem entspricht, was Sanotint auf seiner Seite anzeigt, wenn auch nicht so ist, wie ich es ja erhofft hatte. Den restlichen Rotstich schiebe ich allerdings eher darauf, dass mir gegen Ende ja die Farbe ausging und ich absolut nicht imstande war, alle Haare ordentlich einzufärben. Auf jeden Fall keine Farbe, mit der ich dauerhaft leben konnte, weshalb ich relativ schnell nochmal mit meiner restlichen khadi-Pflanzenfarbe drüber bin, was zum Glück das meiste gerettet hat und ich inzwischen wieder kupferrot durch die Welt wandeln darf.

Ach so, ja, den Preis hätte ich jetzt fast vergessen. Eine Packung mit 125ml kostet 12,50€ und für eine Haarlänge wie ihr hier bei mir seht braucht ihr mindestens 3 Packungen.

 

3 comments on “Sanotint Haarfarbe

  1. Siehst du und das mein ich. Man wird doch nur noch verarscht. Und wenn man keine Ahnung hat klappt das auch gut. Aber sobald man sich mit den Inhaltsstoffen beschäftigt könnte man echt schreien. Ganz oft.

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  2. tut mir leid dass dir sanotint überhaupt nicht gefallen hat. ich fand die echt immer super. finde deine kritik teilweise etwas hart. man sollte sie eher mit normalen dauerhaften tönungen wie loreal, polypalette etc. vergleichen. die hatte ich nämlich vorher, und DA hatte ich kopfjucken, übelkeit vom stechenden geruch . wie naturnah sanotint noch ist, weiß ich nicht, aber halt schon schonender als ne klassische tönung. der verpackungsmüll lässt sich bei chemischen tönungen aber auch nicht vermeiden, da fixierer und farbe voneinander getrennt sein müssen.
    aber den balsam fand ich auch schon immer mist, der stinkt und pflegt null. hab den dann tatsächlich einfach weggeschmissen. ich hatte früher so schulterlange haare und da hat eigentlich eine packung gereicht. fürs ansatzfärben hab ich dann sogar nur ne halbe packung gebraucht.
    mittlerweile ist meine farbe zum glück komplett rausgewachsen. die färberei war schon lästig. 2std aufwand, n haufen müll und irgendwie sind doch immer farbspritzer auf den kacheln gelandet. und nach 10 jahren schwarzfärben find ich mein mittelbraun sogar fast schöner 🙂

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    • Hm, ich weiß nicht. Also klar ist Zeug von Loreal und Co. auch extrem chemisch, die tun aber auch nicht so auf „schaut wie naturnah und schonend wir sind“. Und wenn ich das jetzt inhaltstechnisch z.B. mit „Garnier Olia“ vergleiche, was ich vorher so verwendet hatte, ist die Sanotint Haarfarbe leider keineswegs besser sonder eher ziemlich genau in der selben Liga. Nur das die halt nicht so tun als wären sie „natürlicher“ als der Rest. (Und auch da war meine Kopfhaut nie so schmerzhaft und trocken wie sie nach dieser Erfahrung jetzt war.) Das ist halt auch das Hauptargument für meine Kritik. Chemie in Haarfarbe ist sicher nicht ungewöhnlich, wer aber permanent das Wort „naturnah“ und ähnliches verwendet betreibt eher ziemlich fieses Greenwashing, worauf ich halt so gar nicht stehe.

      Da mache ich mir echt lieber wieder die Mühe und färbe mit khadi und ähnlichem, das tat meinen Haaren deutlich besser auch wenn es mir mehr Arbeit und Mühe macht.

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