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Die Sache mit dem Verbraucher-schutz

Wir haben es ja schon öfter gehört, jetzt ist es mal wieder aktuell. Verbraucher müssen dringend geschützt werden, vor allem vor veganen Produkten die so tun, als wären sie nicht-vegane Produkte. Skandalös!

Da ist also die Bezeichnung „Veganes Gyros“ oder „Vegetarische Fleischwurst“ ein echt fieser Betrugsversuch, da hilft es auch nicht die Worte „Vegan“ oder „Vegetarisch“ oder gar riesengroß das „Vegan-Logo“ auf dem Produkt zu verwenden. Wer soll das denn verstehen?! Völlig undurchsichtig.

veganz.jpg
Verbraucherschutz – hier dringend notwendig: nur ein sehr geschultes Auge findet sich hier zurecht. Ist in diesem Schnitzel nun Fleisch oder nicht? Unsere Redaktion hat für euch ermittelt und die versteckten Hinweise für den verwirrten Verbraucher hervorgehoben.

Völlig ok sind allerdings „Salami Brezeln„, die zwar keine Brezeln sind und nur so aussehen. Oder die doch recht kreative und völlig einleuchtende Regelung für die Bezeichnung „Leberkäse“, der  nur außerhalb Bayerns Leber enthalten muss (hier reichen, mal von 2 Ausnahmen abgesehen, schon beispielsweise 1%. Bei „Stuttgarter“ müssen es z.B. mindestens 5% sein…), es sei denn, man nennt ihn „Bayrischen Leberkäse“, dann muss keinerlei Leber enthalten sein. Auch die Variante „Kalbskäse“ muss keinerlei Kalb enthalten. Und natürlich auch keinen Käse. Isdochklar!

Wichtig für den Verbraucher sind auch nicht die Schlachtabfälle in der Wurst, deren genauen Bestandteile den Käufer so gar nicht interessiert, oder die mangelnde bzw. inzwischen kaum noch vorhandene Kontrolle von Schlachtbetrieben durch das Veterinäramt, wie z.B. hier vom NDR berichtet. Kurz gesagt geht es darum, dass die Kontrollen kaum mehr anständig durchgeführt werden können, weil die Schlachtbetriebe die Veterinär-Ämter in der Hand haben und so immer mehr eigentlich nicht zum Verzehr geeignetes Fleisch in den Handel gerät. Selbst die SPD-Bundestagsabgeordnete Karin Thissen (selbst auch Tierärztin und war 22 Jahre als Veterinärin in Schlachthöfen tätig) sagt ganz klar, die Behörden sind von der Fleischindustrie abhängig, korrekte Kontrollen sind so kaum mehr möglich. Vielleicht kopft die Gute mal an die Tür des CSU-Büros für ein Schwätzchen…

Oder was ist mit Ethoxyquin, einem Pestizid, dass von der EU-Kommission in der Landwirtschaft als Pflanzenschutzmittel längst vom Markt genommen wurde? Als Futtermittelzusatz konnte das Zeug allerdings noch nicht verboten werden, weswegen Fischmehlhersteller es gerne verwenden um ihr Futtermittel haltbar zu machen. So wurde die Chemikalie nun in 45 von 54 Stichproben von verschiedenen Fisch-Varianten gefunden, von TK über Frisch-Fisch, konventionell und zum Teil auch Spuren in Bio-Produkten. In 32 Fällen lagen die Werte über den zulässigen Höchstmengen – für Fleisch. Ich betone hier Fleisch, da für Fisch hier leider keine Regelung existiert. Greenpeace fand in einer Probe Stremellachs (gekauft bei Real) 881 Mikrogramm Ethoxyquin pro Kilogramm. Der für Fleisch zulässige Höchstwert beträgt 50 Mikrogramm, wird also um das 17-fache überschritten.

In der Regenbogenforelle von Netto wurde die Menge z.B. um das 8-fache überschritten und beim Bio-Tiefkühl-Lachs von Edeka lag der Wert immerhin noch bei 155 Mikrogramm.

Interessant ist hier im Besonderen dieses Zitat (Quelle: Greenepeace)

„Konsequenzen haben die Hersteller vorübergehend nicht zu erwarten – denn für Fisch gibt es keine gesetzlichen Rückstandshöchstgehalte. Ein äußerst merkwürdiges Versäumnis, denn die Europäische Union hat für so gut wie jedes Lebensmittel Ethoxyquin-Höchstmengen festgesetzt: für Milch, Eier und Honig; von A wie Avocado bis Z wie Ziegenfleisch. In der Liste finden sich Seltsamkeiten wie Durianfrucht, Portulak, Känguru oder Schnecke […] „

pestizid

Das alles ist natürlich völlig nebensächlich für den Verbraucher und hier ist weder Schutz noch Aufklärung nötig. Draußen in der „Offline-Welt“ wollte sich auch noch niemand mit mir über die höchst bedenklichen Zustände des Veterinäramtes oder Fleischhygiene unterhalten, oder etwa über diese absurden Mengen an Pestiziden im Fisch. Aber das man „dieses vegane Zeug nicht so nennen soll, als wäre es was aus Fleisch“, das brennt den Leuten natürlich unter den Nägeln.

Auch unser lieber Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU), dessen Vegan-Schlagzeilen ja nun schon mehrfach begeisterten und der sich aktuell auch völlig selbstlos für das edle Ziel einsetzt, dass an KITAS und Schulkantinen wieder mehr Schweinefleisch serviert wird (ein wahnsinnig dringliches Anliegen, oder?!), kämpft nun auch hier an vorderster Front für den Schutz der Verbraucher. Er möchte nämlich „Fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane Lebensmittel in Zukunft verbieten. Begriffe wie ‚vegetarisches Schnitzel‘ oder ‚vegane Currywurst‘ seien komplett irreführend und verunsichern die Verbraucher“ (Quelle)

Klar. Vegane Currywurst? Wasn das?? Is da jetzt Fleisch drin oder nicht??? Man sieht den Verbraucher bereits völlig ratlos am Wurstregal stehen, mit qualmendem Schädel und ERROR-Zeichen in den Augen. Aber dank Herrn Schmidt, der mit heldenhaft wehendem Cape für Klarheit auf der Wurstpackung sorgte, findet der hilflose Verbraucher dann doch noch den Weg zur echten Eiter-Wurst, dem Leberkäse ohne Leber und Käse und seinem Pestizid-Lachs. Grade nochmal gut gegangen.

jiffm

3 comments on “Die Sache mit dem Verbraucher-schutz

  1. …Auch der gemeine deutsche Politiker muss eine Nische für sich finden, allein schon um die nächste Lohnabrechnung zu rechtfertigen. Wenn Außenpolitik, Flüchtlinge und IS schon vergeben sind, dann wendet man sich eben den Linksradikalen Vegan-Fundamentalisten zu…
    Die Prioritätensetzung in der Politik ist wirklich ein leidiges Thema aber der Artikel ist so herrlich amüsant geschrieben.
    Schick dem Schmidt doch mal deinen Beitrag per Mail.^^
    Einen guten Rutsch wünsche ich dir schon mal. Lasst es euch gut gehen. 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Der hat bestimmt einen verdammt guten E-Mail Filter, der alles unbequeme einfach blockiert. Sonst müsste ihm ja schon längst mal jemand gesteckt haben, dass es einen Unterschied gibt zwischen „B12 Mangel führt zu Hirnschäden“ und „Vegane Ernährung führt zu Hirnschäden“. Aber unliebsame Informationen dringen vermutlich nicht durch den lobbyistischen-Spamfilter ^^

      Gefällt 1 Person

  2. Lieber Rabe, klasse Beitrag! Ich finde das auch alles recht schräg. Aber um mich nicht zu sehr aufzuregen, freue ich mich lieber über den Double Facepalm! 🙂 Super!!! Cpt Picard und Nummer 1, die Gutsten! 🙂

    Gefällt 2 Personen

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