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Das Märchen von Kassel, dem Tag der Erde und der gerichtlich angeordneten Notfall-Bratwurst

9:00 Uhr.

Sonntag. Die Sonne scheint. Ich frühstücke noch gemütlich mit Kind und Kegel und gönne mir 2-3 dick belegte Wurstbrote um so richtig in Schwung zu kommen. Frisch gestärkt habe ich heute etwas Schönes vor. Ich gehe auf ein Fest – das „Tag der Erde“-Fest. Es geht um Umwelt. Um Nachhaltigkeit. Um bewussten Konsum. Schönes Ding eigentlich.

12:00 Uhr

Ich schlendere an den Ständen vorbei. Etwas piepst. Kurzer Blick auf meinen Pulsmesser am Handgelenk: ein einzelnes Wort ist hektisch am Blinken: PROTEIN – PROTEIN – PROTEIN. Ah, es ist wieder soweit. Optimistisch lasse ich meinen Blick über die Futterstände schweifen. Aber was ist das? Falafel? Gemüsecurry?? Schupfnudeln OHNE Speckwürfel??? Ich werde hektisch, hetze von einem Stand zum nächsten. Mein Kind fängt an zu weinen – der Puls steigt, die Pulsuhr piepst und blinkt. Alarmzustand.

12:20 Uhr

Mit schwachen Knien verlasse ich in Panik dieses „Fest“. Ich eile durch die Straßen und finde zum Glück 5 Meter weiter eine Imbissbude – endlich! Mit letzter Kraft ordere ich eine Bratwurst, gleich auf die Hand!! Mein Herz rast, der Schweiß steht mir auf der Stirn – und dann wache ich auf.

Ein Traum!

Ein Glück, ich habe alles nur geträumt. Ich bin noch zu Hause und im Kühlschrank schlummern friedlich die Wienerle. Aber halt – das war eine Warnung! Denn was jetzt noch ein Traum ist wird im April harte Wirklichkeit! Ein Straßenfest OHNE Bratwurst, ja gar ganz ohne Fleisch! Wieso TUT denn nur niemand etwas???

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Darf auf keiner Veranstaltung fehlen: die tägliche Ration Protein, handlich To-Go im Darm verpackt

Diese elenden Veganer müssen anderen Leuten immer ihren Lebensstil aufzwingen!!!11elf

Erinnert sich eigentlich jemand an diese Limburger-Glockenspiel-Veganerin von neulich? Die, halb im Spaß, beiläufig ihren Bürgermeister auf das nervende „Fuchs du hast die Ganz gestohlen“-Gebimmel angesprochen hatte und der daraufhin einfach mal ganz unbürokratisch die „Next“-Taste auf der Playlist drückte?

Hass!! Morddrohungen!! Die Stadt mit so was zu belästigen nur weil man auf seine militante Art anderen seine Lebenseinstellung aufdrängen will!!! Die Stadtverwaltung hätte sich statt dessen doch mit was wirklich WICHTIGEM beschäftigen können!!!

Und nun. Tag der Erde. Ein Tag. Eine Stadt. Ein Fest. Ein Umwelt- & Nachhaltigkeits-Fest. An dem keine Würstel verkauft werden. Nur um das klar zu stellen: es wird niemand des Platzes verwiesen, der in sein mitgebrachtes Wurstbrot beißt. Aber es wird halt eben kein Fleisch verkauft. An EINEM Tag, an einem lokal sehr begrenzten Ort. Und es wird niemand zur Teilnahme gezwungen.

Die Limburger-Stadtverwaltung hätte wohl besseres zu tun gehabt. Das Kasseler Stadtparlament anscheinend nicht. Und diverse Abgeordnete verschiedenster Parteien offensichtlich auch nicht. Zumindest nicht die der CDU, SPD und AFD, die sich nun in einem Appell an die Verantwortlichen gewendet haben, nachdem „auf Antrag der CDU-Fraktion und mit Zweidrittelmehrheit das Thema zusätzlich auf die Tagesordnung genommen und kontrovers diskutiert wurde.“

Selbst eine Petition wurde inzwischen ins Leben gerufen. „Bevormudnung! Bratwurst gehört zu Hessen! Meine Identität ist eng mit Würsteln verbunden, die werde ich nicht verleugnen! Nicht jeder verträgt diesen ekligen veganen Chemie-Kram!! Diese vegane Scheiße ist nicht in Deutschland heimisch! Die zerstören unsere Umwelt!“ Wer glaubt ich übertreibe liegt leider falsch. Ich könnte noch ewig so weiter machen.

Wir sehen: ein Bratwurststand auf einer „privat“ ausgelegten Veranstaltung für Umwelt und Nachhaltigkeit IST etwas Wichtiges. Das muss an allerhöchster Stelle diskutiert werden. Nicht auszudenken, wenn die Menschen mal ein paar Stunden ohne Würstel oder Schnitzelbrötchen überleben müssten. Wo kämen wir denn da HIN?

Vegan und Vegetarisch ist sowieso viel zu übertrieben. Außerdem essen die Menschen grundsätzlich ja „nur ganz wenig Fleisch“. Und wenn sich jeder wie früher auf den berühmten „Sonntagsbraten“ beschränken würde wäre das alles ja eh gar kein Problem mehr. Aber an einem Tag, ganze SIEBEN STUNDEN LANG in einer einzigen Straße kein Fleisch anzubieten? Das geht ja nun wirklich zu weit.

eat-1271491_1920.jpgNächster Tagesordnungspunkt:

Zwangs-Salamisierung bei Veranstaltungen wie „Veggienale“ oder „Veggie World„. Vegane Restaurants sollen zukünftig aus Anti-Diskriminierungs-Gründen mindestens ein fleischbasiertes Gericht anbieten. Und auch örtliche Obst- und Gemüsehändler sollen künftig ihr Angebot grundsätzlich in Speck wickeln, um diesem unsäglichen Veggie-Wahn entgegen zu wirken.


Wer übrigens Interesse hat, der „Tag der Erde“ findet dieses Jahr am Sonntag dem 23. April von 11.00 – 18.00 Uhr in der Wolfsangerstraße in Kassel statt.

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