Mode & Accessoires

Laufen. Aber bitte vegan.

Die Sue hat komische Füße, das haben wir ja alle schon im Beitrag über meine Lowa Outdoor-Schuhe gelernt. Leider ist mein Bedarf an funktionellem Schuhwerk damit aber noch nicht gedeckt.

Denn spätestens nachdem ich im Blog von Katja Wittwer die Freude am Laufen mitverfolgen konnte war das Thema wieder mal auf dem Tisch. Schon seit Jahren liebäugele ich mit diesem Sport und ich habe schon einige Male versucht mich mit ihm anzufreunden.

Seit etwa einem Jahr bin ich mit meiner Freundin ja wieder aktiv im Fitness-Studio unterwegs und da steht es wieder und grinst mich an: das Laufband. Es zwinkert mir zu und ja, ich bin auch schon wieder schwach geworden, vor allem, da meine Freundin auch gerne läuft – aber auf Dauer wollte es einfach nicht gut gehen. Weil ich eine Menge Anfängerfehler gemacht habe wie ich inzwischen weiß.

Nun hatte ich die Schnauze voll – die Sache musste ernsthaft angegangen werden. Ein Plan musste her. Und so nahe liegend wie es auch klingen mag, so lange habe ich diesen Schritt allerdings vor mir hergeschoben: auch anständige Laufschuhe mussten her!

Nun ist das mit den Schuhen ja immer so eine Sache. Vegan müssen sie sein, das ist schon mal klar. Und hier habe ich einen tollen Blog-Tipp für euch von Leuten, die es lauf-technisch auch so richtig drauf haben: „BEVEGT – vegan leben und laufen“. Die haben sich vor einiger Zeit nämlich die Mühe gemacht und etliche Hersteller angeschrieben und zu ihren Laufschuhen befragt; und eine Liste für euch erstellt!


Zur Liste mit 32 gängingen Herstellern:

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Tipps für den richtigen Laufschuhkauf:

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Obwohl ich ja sehr eigen bin, was Dinge angeht wie „im Laden beraten werden“, kam ich um eine richtige Laufschuh-Beratung auch nicht herum. Ich kann das ja eigentlich gar nicht leiden, und der Gedanke vor einem Verkäufer auf einem Laufband gefilmt zu werden war der blanke Horror für mich. Und dann wars eigentlich gar nicht so schlimm.

Ich wusste schon in etwa, welchen Schuh ich gerne wollte. Welche von Asics sollten es sein, die laut der BEVEGT-Liste auch vegan sind. Da ich ein ziemliches Trampeltier bin und auch leicht beim Laufen abknicke waren Dämpfung und eine leichte Korrektur auch wichtig für mich. Hier ist echt wichtig, dass sich jemand eure Füße beim Laufen auch mal anguckt, das hat mir wirklich wahnsinnig viel geholfen. Nachdem man meine Füße also analysiert hatte wurde es der Asics Kayano 23. Allerdings in der Herren-Version und in 44 1/2, was noch mal 1-2 Nummern mehr ist, als ich normalerweise trage. Und das ist wichtig! Das hätte ich natürlich gleich mal falsch gemacht, wenn ich auf eigene Faust eingekauft hätte. Man merke also: vorher richtig informieren! Auch wenn man sich nicht gerne beraten lässt.

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Fair? Oder Vegan? Oder Nachhaltig?

Das Problem mit Laufschuhen ist allerdings, dass ja viele Hersteller nicht unbedingt fair produzieren oder kaum Angaben zur Nachhaltigkeit machen. Eher vorbildliche Hersteller wie zum Beispiel „Lunge“ findet man dagegen kaum in Läden vor Ort, was natürlich blöd ist wenn man sich einen guten Schuh an den Fuß beraten lassen möchte. Zudem ist hier der Preis oft auch nicht ohne. Ein guter Laufschuh hat ohnehin schon seinen Preis. Ein nachhaltiger, fair produzierter erst recht, was auch absolut gut und ok so ist. Für einen Laufeinsteiger stellt das allerdings erst mal eine kleine Hürde dar, denn am Anfang stehen so einige Fragen und Gedanken im Raum.

  • welche Ansprüche haben meine Füße, wie muss mein Schuh sein?
  • halte ich überhaupt lange genug durch, damit sich so eine Anschaffung lohnt?
  • sollte ich lieber einen günstigen kaufen, falls ich nach kurzer Zeit merken sollte, dass das Ganze doch nichts für mich ist?
  • welcher Schuh ist vegan? Und ist er auch nachhaltig? Wurde er fair produziert?
  • in welchen Punkten kann ich Abstriche machen?

Ich für mich habe den Gedanken jetzt folgendermaßen zu Ende gebracht: 

Es soll auf jeden Fall etwas anständiges sein in dem ich gut Laufen kann um diesen Sport auch dauerhaft ausüben zu können. Klar ist allerdings auch, dass die Schuhe vegan/lederfrei sein müssen, das war mein Mindestanspruch, der auch eingehalten wurde. Wenn ich es nun tatsächlich schaffe das Laufen fest in mein Leben zu integrieren werden die nächsten Schuhe dann noch weiteren Anforderungen genügen müssen und dürfen dann auch nochmal einen Ticken teurer sein.

Auf die Art habe ich für mich einen guten Mittelweg gefunden, mit dem ich mich ganz Wohl fühle.


asics

Entschieden habe ich mich nun also für die Kayano vom letzten Jahr, da diese zum Teil nochmal ein gutes Stück günstiger erhältlich sind. Wegen seiner etwas stärkeren Dämpfung ist er auf eher schwerere Läufer ausgelegt. Da man mindestens einen guten Daumen breit Platz vorne im Schuh haben sollte habe ich mich für ein Herren-Modell entschieden. Glücklicherweise war der Schuh dann trotzdem nicht zu breit und sitzt jetzt wirklich perfekt am Fuß. Die Laufanalyse hatte ergeben, dass ich mit dem Fuß bei Belastung etwas einknicke, das wird durch den Kayano entsprechend ausgeglichen.

Er soll auch bei Langstreckenläufen für ein angenehmes Laufgefühl sorgen, allerdings bin ich beim Laufen noch nicht über die 5km hinaus gekommen 😉

Auf die ganzen Produktdetails gehe ich hier jetzt nicht ein, da man sich hier eh individuell mit seinen Füßen und Schuhen beschäftigen sollte und die Ansprüche bei jedem ganz anders sind. Trotzdem noch ein paar kleine Stichpunkte zum Schuh:

  • er gleicht eine Überpronation aus (also das nach innen Kippen des Fußes bei der Abrollbewegung)
  • 10-mm-Sprengung an der Ferse
  • GEL-Dämpfung im Vor- und Rückfußbereich
  • faserverstärkte Mittelsohle
  • Einlegesohle mit verbesserten Federungseigenschaften, optimaler Feuchtigkeitsabsorption und Atmungsaktivität

Das 23er Modell erhaltet ihr in einigen Shops für etwa 130€ statt ursprünglich 180€. Das aktuelle Modell „24“ liegt weiterhin bei 180€ und wurde an ein paar Stellen verbessert. Meine Freundin trägt den 24er und ist mit diesem auch total zufrieden, wie ich auch mit dem 23er, den ich jetzt seit ziemlich genau einem Monat, auf dem Laufband und auch im Freien trage (Straße, Kiesweg, Feldweg und auf Wiesen-Trampelpfaden). Ich hab ja echt empfindliche Füße, aber hier laufe ich absolut angenehm. Der Fuß hat Halt, es gibt kein Kneifen, Drücken oder Reiben. Die Schuhe sind gut belüftet und man bekommt keine Schwitzfüße.  Ich freue mich also schon auf viele, viele Kilometer, die ich mit meinen Asics fressen kann 😉

So, jetzt hab ich noch ein paar Bilder für euch, von meinen schön eingedreckten Schuhen! Bei uns ists im Moment nämlich ziemlich nass draußen, da fängt man sich auch mal etwas Schlamm ein. Wasserdicht sind sie natürlich nicht, ein Lauf durch etwas höheres, feuchtes Gras endet also auch mit feuchten Füßen, aber die Sohle kommt auch mit etwas matschigem Untergrund gut klar.

asics kayano vegane laufschuhe.jpg

4 comments on “Laufen. Aber bitte vegan.

  1. Pingback: Running on Plants – Erste Schritte (KW 28 / 2017)

  2. Wow! Wirklich ein super ausführlicher Bericht!
    Und vielen Dank für’s Verlinken. Ich finde es wirklich toll, dass ich zu deiner Lauf-Motivation beitragen durfte. 🙂
    Jaja, die lieben Anfängerfehler… da bin ich damals auch ganz typisch in vollkommen falschen Schuhen durch die Gegend gestolpert.^^
    Schön, dass du mit deinen Schuhen so zufrieden bist – auf viele weitere Laufkilometer!

    Liebe Grüße
    Katja

    Gefällt 1 Person

    • Danke dir, es läuft (haha! ^^) im Moment auch echt gut, ich hab regelmäßig Abends nochmal das Verlangen danach laufen zu gehen und bin ganz Feuer und Flamme 😀 Da wollte ich eh jetzt auch nochmal eine Kategorie einbauen bei mir, um meine Euphorie zu teilen 🙂

      Gefällt 1 Person

      • Oh ha, das klingt nach beginnender Laufsucht! 😉 Freue mich schon auf deine neue Kategorie – dann kann ich mir bei Bedarf auch mal ein bisschen Motivation zurückholen, wenn nötig.

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