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Auf dem absteigenden Ast – Earth Overshoot Day 2017

Tja, es ist leider schon wieder so weit. 6 Tage früher als im letzten Jahr haben wir es geschafft so viele Ressourcen verbraucht zu haben wie die Erde in einem kompletten Jahr erneuern kann. Global gesehen verbraucht die Menschheit also 1,7-mal mehr von der Natur, als unser Ökosystem regenerieren kann.

Das bedeutet wir bräuchten mittlerweile 1,7 Erden um unseren Verbrauch decken zu können. Dumm nur, dass wir nur die eine haben…

erden

Wie wird der „Earth Overshoot Day“ berechnet?

Da ich letztes Jahr bereits darüber berichtet habe möchte ich mich hier gerne kurz selbst zitieren:


Die Fähigkeit der Erde, die von Menschen verbrauchten Ressourcen zu erneuern und Schadstoffe abzubauen, nennt man „Biokapazität“. Dieser errechnete Wert wird dem weltweiten ökologischen Fußabdruck gegenübergestellt, der angibt wie viele natürliche Ressourcen vom Menschen verbraucht werden. Verbrauchen wir mehr, als die Erde erneuern kann, spricht man vom „Overshoot“, also der ökologischen Verschuldung. Alles, was wir jetzt noch verbrauchen und verdrecken kann die Erde nicht mehr ausgleichen.

Was hat das für Folgen?

Die Folgen sind zahllos und im Grunde ja bereits jedem bekannt. Ein paar davon sind z.B.:

  • Übersäuerung der Meere
  • Süßwassermangel
  • Wälder verschwinden
  • Aussterben von Tieren und Pflanzen
  • Extreme Wetterschwankungen
  • Versteppung von Landschaften

#MoveTheDate – Was können wir dagegen tun?

In meinem Beitrag vom letzten Jahr habe ich bereits ein paar Anregungen gegeben, die sind natürlich auch dieses Jahr noch gültig 😉

>>Earth Overshoot Day 2016<<

Trotzdem möchte ich euch das natürlich auch dieses Jahr nochmal ein paar Stichpunkte zusammenfassen:

  • Schaut auf eure Teller! Der Konsum von Fleisch und Milchprodukten ist z.B. ein Ressourcenfresser der seinesgleichen sucht! Über 60 Milliarden Tiere werden jedes Jahr geschlachtet – und müssen vorher natürlich auch gefüttert werden! Der Anteil der rein grasfressenden „Weiderinder“ ist hier verschwindend gering. Neben Gras verbrauchen z.B. Rinder auch einiges an Mais, Soja, Hafer, Gerste, Rüben, Weizen, Roggen, Karotten, Raps, Fischmehl und jede Menge Wasser. Im Schnitt rechnet man mit 60kg Futter und ca. 140 Liter Frischwasser am Tag.Schweine hingegen fressen z.B. überhaupt kein Gras sondern bekommen unter anderem Kartoffeln, Fleisch- und Fischmehl. Pro 100kg Gewicht rechnet man mit knapp 10kg Futter täglich, wovon 7,5kg optimalerweise Kartoffeln ausmachen sollten (Quelle: Agrarnetz.com)
    agrarnetz-zitateMan weiß also auch selbst um die Probleme. Aber so what?!
  • Bewusster Konsum betrifft natürlich auch pflanzliche Nahrung! Kauft möglichst regional und saisonal, vermeidet Obst und Gemüse mit langen Transportwegen oder fragwürdiger Herkunft, achtet auf nachhaltig und biologisch angebaute Lebensmittel. Kritische Produkte sind zum Beispiel Soja, Palmöl, Mandeln oder Kaffee.
  • Upcycling – Trend mit Sinn! Kann das weg oder findet sich noch ein anderer Nutzen dafür? Fragt euch öfter mal, ob ihr Dinge nicht nochmal reparieren könnt bevor ihr sie weg werft – oder vielleicht könnt ihr auch etwas ganz Neues daraus herstellen! Alte Kleiderfetzen eignen sich hervorragend für selbst gemachte Kosmetik-Pads oder Feuchttücher. Eine zerissene Jeans könnte zum Rock oder zur Handtasche werden.
  • Do-it-Yourself! Dinge selbst herzustellen ist oft gar kein großer Aufwand, billiger als gekauftes Zeug und spart lästiges Plastik! Egal ob Putzmittel, Waschmittel, Weichspüler, Puder, Trockenshampoo oder Einkaufstaschen, die Möglichkeiten sind endlos! Mehr Zero-Waste Tipps habe ich euch >>hier<< schon mal zusammengefasst.

Ich bin schon sehr gespannt, auf welchen Tag der „Overshoot Day“ nächstes Jahr fallen wird und ich hoffe doch sehr, wir können ihn doch irgendwann wieder nach hinten verschieben.

Wie fühlt ihr euch an diesem Tag? Und habt ihr noch weitere tolle Tipps um diesen Tag noch weiter raus zu zögern? Dann her damit! 🙂



Nachtrag

Danke an Birte von „Wir wollen nachhaltig leben“, die mich nochmal an den >>Footprintcalculator<< erinnert hat! Mit diesem Tool könnt ihr, zumindest grob, euren persönlichen „Erdüberlastungstag“ errechnen. Mein Ergebnis seht hier hier – meine Schwäche liegt definitiv beim Autofahren, das mache ich noch öfter als mir lieb ist. Außerdem könnte unser Haus noch effizienter und umweltfreundlicher beheizt werden, das ist mir auch noch ein ziemlicher Dorn im Auge :/

myovershootday.png


Weitere Quellen: OvershootDay Press Release 2017

7 comments on “Auf dem absteigenden Ast – Earth Overshoot Day 2017

  1. Wow, Du bist aber mit 1,2 immerhin schon dicht dran an der 1,0. 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Sue, danke für diesen Text! Natürlich schreiben viele drüber, dieses Jahr auch ich, aber jeder Text ist so wichtig! Da gibt es dann hoffentlich doch für jeden Leser etwas, das ihn aufrüttelt. Empfehlen kann ich jedem, seinen eigenen ganz persönlichen Earth Overshoot Day mal zu ermitteln. Das geht ganz einfach Online und zeigt einem wann der Tag wäre, wenn alle so leben würden wie man selbst und wie viele Erden wir dann bräuchten. Das ist auf jeden Fall ein Aha-Erlebnis, egal in welche Richtung, und jeder sollte den Mut haben, sich dieser ggf. erschreckenden Info zu stellen. Denn wir wollen ja etwas verändern!
    Danke jedenfalls für Deinen Beitrag, ich finde ihn super!
    LG
    Birte

    Gefällt 2 Personen

    • Danke für die Info! Dein Beitrag wurde mir leider gar nicht angezeigt, dabei folge ich dir doch auch :/ Ich denke auch, es ist gut wenn sich VIELE Menschen mit dem Thema beschäftigen. Vorzugsweise ja alle ^^

      Gefällt mir

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