! Blog & Aktuelle Themen

No Sugar Challenge – Das Finale

Drei Wochen sind nun um und damit endet für mich die „No-Sugar Challenge“. Diesmal gibts keine Tages-Zusammenfassung davon, was es in der letzten Woche so zu Essen gab, ich glaube da habt ihr in den anderen beiden Wochen einen guten Eindruck bekommen, was man so machen kann.

Heute möchte ich lieber ein paar grundsätzliche Dinge zum Thema loswerden und eine kleine Übersicht bieten.

Warum überhaupt auf Zucker verzichten?

Dass Zucker, im besonderen der bekannte und industriell stark verarbeitete weiße Haushaltszucker, nicht sonderlich gesund ist muss ich vermutlich niemandem groß erklären. Einem übermäßigem Konsum wird als Folge zum Beispiel ein erhöhtes Krebsrisiko, Fettleibigkeit und Diabetes nachgesagt (wobei das hier natürlich auch auf die restliche Ernährung ankommt, ganz klar). Auch brauner oder Kandis-Zucker ist hier nicht gesünder.

Davon abgesehen hat Zucker eine regelrecht süchtig machende Wirkung auf den Körper, denn immer, wenn wir Zucker essen, werden vom Körper Wohlfühlhormone ausgeschüttet, die unser Belohnungszentrum im Gehirn stimulieren. Das kann mit der Zeit zu einer ernsthaften Abhängigkeit führen, man verliert die Kontrolle über seine Gelüste und die Zuckertoleranz wird erhöht – man braucht also immer mehr um seine Gier nach Süßem zu befriedigen. Der Blutzuckerspiegel steigt und fällt in diesem Fall immer massiv und schlagartig, was zu schlechter Laune, Kopfschmerzen und im schlimmsten Fall auch zu Depressionen führen kann.

Deutsche essen im Schnitt etwa 70 – 100g Zucker am Tag. Die Empfehlung der WHO lautet, dass nicht mehr als 10% der täglichen Kalorien durch Zucker zugeführt werden sollten, besser seien sogar 5% (was etwa 25 Gramm im Schnitt wären). Diese 5% Grenze hatte ich in meiner Challenge ja berücksichtigt, im Sinne von „enthält ein Produkt unter 5% Zuckeranteil auf 100g ist es für mich noch erlaubt“.

Als offiziell zuckerfrei gilt ein Lebensmittel allerdings nur, wenn es unter 0,5g Zucker auf 100g enthält!  Die Bezeichnung „Ohne Zuckerzusatz“ wird verwendet, wenn kein zusätzlich süßender Stoff verwendet wurde.

Birkengold.jpg

Und jetzt? Nie mehr Süßes?!

Auch wenn das Verlangen nach Süßkram schrumpft, wenn man sich den massiven Konsum erst mal abgewöhnt hat, ist ein kompletter Verzicht auf Naschereien zum einen nicht notwendig und zum anderen auch irgendwie doof. Was also tun?!

Ersetzen

Alternativen zum herkömmlichen Zucker gibt es so einige, aber nicht alle sind auch empfehlenswert. Wer jetzt einfach jedes Gramm Zucker durch Honig ersetzt wird damit unterm Strich auch nicht lange glücklich werden. Auch bei chemischen Süßungsmitteln gibt es eine riesige Liste mit möglichen Nebenwirkungen… Es ist alles nicht so ganz eindeutig und das gelbe vom Ei.

Auch Stevia steht noch oft in der Kritik, da es in unseren Breitengraden nun mal nicht wie bei den amerikanischen Ureinwohnern in seiner natürlichen Form konsumiert wird sondern hier auch industriell hergestellt und verändert wird. Der aktuelle Stand ist allerdings wohl, dass noch keine gesundheitlichen Schädigungen nachgewiesen werden konnten. Ähnliches gilt hier wohl auch für Erythrit.

Xylit, also Birkenzucker, erscheint mir hier noch als die beste Alternative, wobei ich auch hier nicht vom „perfekten Süßungsmittel“ sprechen würde. Und Achtung: größere Mengen können bei der Umstellung zunächst einmal abführend wirken, also lieber erst mal langsam umsteigen und es auch hier nicht übertreiben.

Reduzieren

Der einfachere Schritt könnte sein, einfach mal die Mengen zu reduzieren. Wer mit Zucker backen möchte könnte die angegebene Zuckermenge oft locker um die Hälfte reduzieren. Eine generelle Zurückhaltung was Kekse & Co. angeht schadet sicherlich auch nicht 😉

Wer im Alltag ein Auge drauf hat kann meiner Meinung nach schnell einen guten Überblick und Kontrolle über seinen Zuckerkonsum erhalten. Vielleicht habt ihr es ja schon bemerkt: ein bisschen Zucker ist oft auch in Dingen, bei denen man es nicht erwartet. Brot, Senf, Aufstriche, Ersatzprodukte oder in Konserven.

Es lohnt sich, mal ein Auge drauf zu werfen. So findet ihr schnell auch mal eine zuckerfreie Alternative. Wer sich darüber hinaus an die 5% Regel hält sollte im Alltag auch wenig Probleme bekommen.

Allerdings durften wir, also Stefan und ich, während dieser Challenge feststellen, dass der heimliche Zucker bei uns ohnehin ein nur kleines Problem darstellt. Darum waren wir zum Beispiel auch relativ entspannt, wenn in manchen Lebensmitteln, wie z.B. den Ikea Veggie-Köttbular, etwas Zucker enthalten war (2,5g auf 100g).

soße

Unsere stärksten Süß-Punkte sind:

  • Agavendicksaft: Diesen verwenden wir fast immer, wenn wir etwas Süßen möchten, wie Tee & Eistee, Müsli, selbst gemachte Limonaden usw.
  • Datteln bzw. Trockenobst allgemein: Kommt bei uns oft in unseren selbst zusammen gestellten Müslis vor und esse zumindest ich auch sehr regelmäßig. Auch in Smoothies mixe ich gerne ein paar Datteln mit rein.
  • Rohrzucker: Verwenden wir, wenn wir mal was backen. Kommt jetzt nicht soo häufig vor, weshalb ich hier auch noch nicht versucht habe mit dem doch recht teuren Birkenzucker zu süßen.
  • Zucker aus Früchten und Fruchtsäften: Saftschorlen und Obst wird bei uns auch noch regelmäßig verzehrt. Auch die zuckerhaltigen, wie z.B. Bananen, werden bei uns gerne gegessen.
  • Süßkram wie gekaufte Kekse, Eis & Co.: Ja, auch das wird natürlich bei uns gefuttert. Phasenweise auch mal mehr 😉 Im Großen und Ganzen hält sich das allerdings in Grenzen. Es kann zwar schon passieren, dass ich so ne Schachtel Kekse auch mal komplett weg inhaliere, dafür ist dann aber auch wieder für Tage oder Wochen Ruhe was das betrifft.

Was ich gelernt habe & was sich verändert hat

Einfach mal öfter ein Auge drauf werfen, was in den Sachen so drin ist. Da wir ja ohnehin regelmäßig die Zutatenliste auf versteckte tierische Produkte untersuchen sollte das ja nun echt kein Problem sein. Das man generell bewusst konsumiert ist ohnehin eine gute Idee.

Verändert, so vom körperlichen Aspekt her, hat sich ehrlich gesagt nichts für mich. Wenn ich vorsichtig schätzen müsste würde ich sagen, dass unser Zuckerkonsum eh schon relativ niedrig war, zumindest was die „bösen Varianten“ bzw. größeren Mengen angeht.

Trotzdem fand ich die Aktion ziemlich spannend und natürlich hoffe ich, dass ich dadurch ein wenig auf das Thema aufmerksam machen konnte. Vielleicht hat der ein oder andre Leser hier auch etwas gelernt 🙂



Und weil ich euch nicht völlig ohne einen Versuch hängen lassen möchte hab ich zumindest noch was Kleines für euch, nachdem mein Backversuch letzte Woche so völlig gescheitert ist. Memo an mich selbst: GANZ ohne Zucker(ersatz) backen ist widerlich XD

Aber Impro-Sue hat nochmal in den Küchenschränken gewühlt und folgendes zusammen geschustert:

Vanillepudding Alnatura Birkengold.jpg

Ich hatte noch ein Päckchen Alnatura Vanillepudding zur Hand, diesem wurde kein Zucker zugesetzt. In der Anleitung verlangt man nach 40g Zucker, aber da mach ich natürlich nicht mit, als hätte ich mich schon jemals an ein Rezept gehalten *g*

Also hab ich die Mini-Päckchen „Birkengold“ (Xylit, Birkenzucker), aus den tiefsten Tiefen meiner Schubladen gefischt, die ich vor ein paar Jahren mal in einem Hotel hab mitgehen lassen. Verzeihung! Damit kam ich allerdings grade mal auf 12g Zuckerersatz. Fügt man dem Pudding anschließend noch ein paar Kirschen (hier aus dem Glas, Alnatura, ohne Zuckerzusatz) oder vielleicht ein paar Rosinen hinzu bekommt man trotzdem eine leckere Süßspeise, die einem nicht gleich einen Zuckerschock verpasst.

Allerdings würde ich an eurer Stelle noch ein wenig frische Vanille mit hinzufügen, oder vielleicht auch einfach gleich selbst mit Stärke und Vanilleschoten einen Pudding zaubern. Klappt auch 😉

Vanillepudding Alnatura.jpg

2 comments on “No Sugar Challenge – Das Finale

  1. Das klingt doch nach einem super Fazit und es ist eine gute Erfahrung generell mal auf etwas zu verzichten, quasi wie in der Fastenzeit. Ich finde auch, dass eine gute Balance generell das A und O ist 🙂

    Gefällt 2 Personen

  2. Tolle Zusammenfassung. Find ich toll, dass du nochmal auf die Gefahren aufmerksam machst 🙂 Meine Challenge ist zwar noch nicht um, aber ich habe mir mittlerweile auch angewöhnt auf den Zucker im produkt zu achten. Ist reine Automatik geworden. Gestern habe ich gesehen, das Oblatten fast 50 g Zucker pro 100 g enthalten, da war ich echt geschockt. Und in einem Bericht habe ich gesehen, das mittlerweile nicht nur jeder 2. Amerikaner fett ist, sondern auch jeder zweite deutsche. Seit 2017 wurde der Zuckermarkt von Brüssel umgestaltet, was bedeutet dass jetzt auch Isoglucose in der EU erlaubt ist, ein Stoff der noch gefährlicher ist als Zucker und in zig Lebensmitteln verwendet wird. Dabei wird nicht auf das wahl des verbrauchers geachtet sondern nur auf das wohl der wirtschaft. eine schande ist sowas. deswegen ist es eigentlich jedermanns pflicht auf sich zu achten und die lebensmittel genauer zu studieren, die man sich zuführt.

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: